World-Cup-Gesamt-Sieg für Lars Hartig und Timo Piontek
Geschrieben von Kim Koltermann   
Samstag, 21 Juli 2018

Luzern: Platz zwei auf dem Rotsee nach großem Kampf im Männer-Doppelzweier



Die Erfolgsserie von Lars Hartig von der Friedrichstädter Rudergesellschaft und Timo Piontek aus Koblenz hält an: Bei der wichtigsten World-Cup-Regatta auf dem berühmten Rotsee in Luzern belegte der deutsche Doppelzweier einen starken zweiten Rang und sicherte sich so den Sieg im Gesamt-World-Cup in dieser Bootsklasse.

Nach zweiten Rängen im Vorlauf hinter Polen und im Halbfinale hinter Neuseeland trafen Hartig und Piontek im Finale auf die Niederlande, die Schweiz, Neuseeland, Frankreich und die Weltmeister aus Polen. Bei optimalen Bedingungen erwischte das deutsche Boot wie immer einen schnellen Start und lag zur Hälfte der 2000 Meter langen Strecke vor Neuseeland, den Niederlanden, Polen, der Schweiz und Frankreich an der Spitze. „Unser Start hat gesessen und wir waren technisch gut unterwegs“, so Lars Hartig, „wir konnten uns vorne behaupten, obwohl die anderen Teams es immer wieder versucht haben.“ Kurz nach der 1500-Meter-Marke konnte sich dann doch die routinierte Mannschaft aus Polen an Hartig und Piontek vorbeischieben und damit einen knallharten Endspurt einleiten, in dem alle Teams außer den etwas abgeschlagenen Niederlanden um jeden Zentimeter kämpften. Im Ziel Polen eine Sekunde vor Deutschland, das nach großem Kampf um 35 hundertstel Sekunden Bronze vor der lautstark gefeierten Schweiz behaupten konnte. Eine halbe Sekunde dahinter Neuseeland und Frankreich, die fast zeitgleich ins Ziel kamen und fünf Sekunden vor den zu Beginn wohl zu mutigen Niederlanden lagen.
Bei der Siegerehrung vor der vollen Tribüne am edlen „Göttersee“ gab es für Lars Hartig und Timo Piontek zunächst die Medaillen für den zweiten Rang in Luzern und anschließend die gelben Trikots und einen Pokal für den Sieg im Gesamt-World-Cup im Männer-Doppelzweier. Der völlig erschöpfte Lars Hartig war natürlich zufrieden: „In dieser Bootsklasse gibt es so viele starke Teams. Wenn wir hier den zweiten Rang belegen, können wir damit überaus zufrieden sein.“ Heimtrainer Lars Koltermann freute sich für Hartig: „Eine tolle Bestätigung für Lars, der ja nach der Pause in der Saison 2017 gar nicht so gut in Tritt kam und im Winter auch noch einige Trainingswochen durch Krankheit verloren hatte.“
Der leitende Bundestrainer des Deutschen Ruderverbandes, der ehemalige Achtercoach Ralf Holtmeyer, ist von der Leistung der Renngemeinschaft Friedrichstadt/Koblenz begeistert: „Für die beiden Jungs freut mich das Ergebnis total Es gibt einfach Konstellationen, die passen. Die Konstellation mit Lars und Timo ist so eine, der Zweier läuft einfach. In allen Phasen des Schlages rudern die beiden wie eine Eins zusammen. Sie haben eine tolle Grundgeschwindigkeit und richtiges Stehvermögen. Ich bin total stolz auf diese Leistung!“ Auch für Holtmeyer ist diese Leistung keine Selbstverständlichkeit: „Dass Lars Hartig sehr gut rudern kann, ist bekannt. Aber wenn man die letzten Jahre sieht – den Wechsel vom Leichtgewichts- zum Schwergewichtsrudern, die Pause nach Rio, dem holprigen Winter 2017/18 – konnte man nicht wissen, ob er und Timo das hohe Niveau so lange würden halten können. Aber sie sind sehr stabil.“
Für Hartig und Piontek folgt nun eine Woche regeneratives Training, ehe ein Trainingslager auf dem österreichischen Weissensee beginnt. Die unmittelbare Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften im September im bulgarischen Plovdiv findet dann in Ratzeburg statt.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 21 Juli 2018 )
 
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